Irland – immer eine Reise wert
Es ist nun schon einige Jahre her, aber ich erinnere mich immer wieder gern an unsere Tour auf und über die grüne Insel.
Im Jahr 2003 habe ich im Rahmen einer Tätigkeit für die Deutsche Beamtenbund Jugend Wuppertal eine Busreise nach Irland als Jahreshighlight vorgeschlagen. Wie immer im Leben hat der Vorschlagende natürlich den Zuschlag für die Planung und Durchführung erhalten :D.
So haben wir (Nicole und ich) uns hingesetzt und versucht durch die einschlägigen Lektüren eine Route mit Sehenswürdigkeiten zu finden, die möglichst viele Reiselustigen anspricht.
Mit unserem "Plan" habe ich dann bei mehreren ortsansässigen Busunternehmen nach Angeboten angefragt. Als Gruppenleiter, was für mich zu diesem Zeitpunkt auch das erste Mal war, war es wichtig, dass ich alles aus einer Hand bekomme, damit man nur einen Ansprechpartner hat.
Das kann ich jedem Gruppenleitereinsteiger nur wärmstens empfehlen, da auf solchen Reisen, gerade, wenn sie ins Ausland gehen, immer recht viel passieren kann. Zudem kann man den Preis noch besser aushandeln.
Nach mehreren Gesprächen haben wir dann ein passendes Angebot gefunden, von dem wir zumindest schon überzeugt waren. Der Bus sollte schließlich auch einen guten Standard haben, denn so eine Fahrt wird von Kilometer zu Kilometer lang und länger :).
In recht kurzer Zeit bekamen wir die Mindestteilnehmerzahl zusammen und auch gleich noch mehr. Der Bus und die Häuser waren restlos ausgebucht, was für die Planung und die Ideen sprach.
Und so machten wir uns am 29.08.2003 auf den Weg, die unendlichen Weiten Irlands zu erkunden.
Hier folgt nun ein kleiner Reisebericht mit einigen Fotos über unsere Tour.
In der Nacht zum 30.08.2003 erreichte die mittlerweile müde Gruppe den Hafen von Calais. Unser Busfahrer Metty ( Anmerk: Da unser Bus als Launebus ausgewiesen war, wurde unser Fahrer kurzerhand umgetauft á la Metty und der Lila Laune Bär) hatte ziemlich Mühe dem Franzosen sein Anliegen zu unterbreiten.
Dieser "scherzte" dann noch etwas von "bomb attack" und dass man den Hafen nicht befahren kann. Ohne Probleme gelangten wir aber zur Fähre und ärgerten uns schon über den lustigen Witz des Personals, als die grauenvolle Nachricht über das Mikrophon erklang: "This is the Captain speaking from the bridge...". Nicht dieser sondern unser Ankunftshafen, Port of Dover, wurde wegen einer Bombendrohung gesperrt. Unsere Fähre legte ab, musste aber vor Dover im schaukligen Ärmelkanal Anker werfen und wir warteten und warteten.
Die Schweißperlen unseres Mettys glichen Regentropfen. War die Zeit doch knapp bemessen und die nächste Fähre musste man einfach erreichen. Dank ihm und seinem unermüdlichen Optimismus erreichten wir sie pünktlich und schon bald waren wir in Dublin.
Die Fahrt steckte jedem in den Knochen und überall hörte man nur: "Sind wir bald da?" Ja, wir waren bald da. Unser Busfahrer brachte uns durch dunkle, enge Gässchen mit Wahnsinnskurven fast direkt zu unseren Ferienhäusern.
Nach der Verteilung der Gruppen fielen sämtliche Teilnehmer in eine Art Koma und genossen es, endlich in waagerechter Position schlafen zu können.
(Anmerk: Wegen den Strassen oder was teilweise so heißt, kann man nicht von den Kilometern auf die benötigte Zeit schließen, da die Geschwindigkeiten je nach Kurven eigentlich einem Schieben ähneln. Man sollte darauf achten, dass der Bus nicht zu lang ist ;) )
Der Sonntag begann für alle später. Um 12:00 Uhr sammelte der Bus seine Schäflein ein und die erste Entdeckungstour wurde gestartet. Man wollte die Vorzeigeburg Irlands, das Bunratty Castle erkunden und den Folk Park kennen lernen.

Über enge Wendeltreppen und schmale Gänge gelangten wir in die einzelnen Räume des Castles. Beeindruckend war die Größe, die sich von außen so nicht erahnen ließ. Die einzelnen Räume und Gänge waren so verschachtelt, dass sicherlich nicht jeder Teilnehmer alle Räume gesehen hat. Selbst auf den Turm der Burg, von dem man einen wunderschönen Blick hatte, trauten sich nicht alle.
Nach der Burg konnte man das Leben des 19. Jahrhunderts in dem dafür angelegten Folk Park kennen lernen. Dieser zeigte, mit Hilfe von Häusern und Inneneinrichtungen, die sozialen Unterschiede der damaligen Zeit und wie die Menschen gelebt haben. Der beißende Torfgeruch in den Häusern ließ manchen ein Lob auf die heutige Zentralheizung aussprechen.
Nachdem man sich umgesehen hatte, trafen sich alle, um für das Grillen am Abend einzukaufen.
Abends wurden Tische und Bänke in zwei nebeneinander liegende Gärten geschleppt, um Sitzgelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein zu haben. Im zweiten Garten wurde der große Grill, der erstaunlicherweise sehr an moderne Kunst erinnerte, aufgebaut. Mit Essen, Trinken und Lachen ließ die Gruppe schließlich den Abend ausklingen.
Diese Grillparty wird wohl ewig in Erinnerung bleiben - besonders bei der 84jährigen Oma, die nebenan wohnte.
Am Montag, den 01.09.2003, startete die Mannschaft wieder erst um 12:00 Uhr mittags, da der Grillabend etwas länger andauerte.
Über Straßen, die einer Achterbahn gleichen, fuhr Metty uns in das Burrengebiet.

Unser Ziel dort war die berühmte Aillwee Cave, die direkt unter dem Burren wundersame Steinformationen präsentierte (Marke Freudenspender u. ä.). Nachdem alle Kameras abgeschaltet waren, präsentierte uns die Führerin die "absolute Dunkelheit“. So war man später sichtlich erfreut heil am Tageslicht anzukommen.

Auf der Rückfahrt machten wir einen Stopp bei den Cliffs of Moher. Bis zu 200 m tief fallen diese Klippen in den sonst so tosenden Atlantik - wir hatten fast Windstille. Einige Teilnehmer machten sich zu einem langen Spaziergang entlang der Cliffs auf, während andere ängstlich und langsam am Rand entlang schlichen. Todesmutig legte man sich auf der Aussichtplattform flach auf den Bauch, um einen Blick in die Tiefe riskieren zu können. Die Cliffs bescherten uns allen einen Eindruck der Naturgewalten, deren Anblick uns wohl länger in Erinnerung bleiben wird.


Der 02.09.2003 begann mit Regen. Mit richtig viel Regen. Wir sind extra um 7:00 Uhr losgefahren, da wir die Fähre zu den Aran Islands erreichen wollten. Es regnete. Die Aussicht die Insel Inishmore mit dem Fahrrad zu erkunden, ließ bei diesem Wetter keine Stimmung aufkommen.
Die Teilnehmer reagierten müde und genervt trotz der Versprechungen des "Reiseleiters", dass er mit Petrus telefoniert habe und die Sonne schon noch kommen würde. Die kurze Fährfahrt nutzen einige, um den verlorenen Schlaf nachzuholen.
Auf Inishmore angekommen suchten wir den Fahrradverleih auf. Es dauerte einige Zeit bis jeder ein Fahrrad hatte, was einigermaßen funktionierte. Zur Freude aller hatte der Regen aufgehört und das Wetter besserte sich. So machte man sich auf die Insel zu erkunden. Durch einige Zwangspausen (Kette) verlor der "Gruppenleiter" seine Schäfchen aus den Augen. Irgendwo hatte man sich überholt...
Am Fort Dun Aengus angekommen strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Die Klippen, die sich an dieser Stelle der Insel präsentierten, standen denen of Moher in nichts nach. Das Wasser des Atlantiks war sogar noch ein bisschen blauer. Als man sich auf den Rückweg zum Hafen machte, hatten einige Mitglieder schon einen wunderbaren Sonnenbrand - in Irland!


Der Mittwoch stand schließlich zur freien Verfügung. Die Teilnehmer konnten tun, worauf sie Lust hatten. Einige nutzten die Gelegenheit, um die Stadt und den Strand von Lahinch zu besichtigen.
Da auch an diesem Tag die Sonne vom Himmel brannte, gingen ein paar Todesmutige in die Fluten des Atlantiks, der zu dieser Jahreszeit weniger als 20°C hatte.

Zum Trocknen konnte man sich schließlich die Sonne auf den Bauch brennen lassen. Einige Iren schauten etwas irritiert, als man aus Steinen ein Boule-Spiel bastelte und ohne Pause gegeneinander antrat. Überschattet wurde dieses Spiel nur durch den Sturz eines kleinen Kindes über eins der Spielgeräte.

Abends traf man sich im gemütlichsten Pub von Lahinch: The Nineteenth. Dort war jeden Abend (nicht ab 19:00 Uhr!) Livemusik. Die Iren und auch einige Gruppenmitglieder tanzten zu der fröhlichen Musik. Die anderen sangen bei Guinness und Smithedingsda (Smithwicks) was ihre Kehlen hergaben. So wurden die Nächte immer kürzer.
Für den Donnerstag war eine Mammuttour geplant, für welche man sich vorher eintragen durfte. Wir wollten den Ring of Kerry sehen. Dies bedeutete aber auch eine zehnstündige Busfahrt.
Ein großer Teil der Mitreisenden ließ sich davon nicht abschrecken und so befand man sich auf dem Weg zu einer der schönsten Gegenden Irlands. Durch wahnsinnig viele Fotostopps und zwei längere Pausen, kam einem die Fahrt nicht so lang vor. Die meisten Teilnehmer zeigten sich von der Natur, der Straße und vielem mehr sehr beeindruckt.
(Anmerk: Bis dahin habe ich noch nie lila Berge gesehen. Im September blüht die Erika in den schönsten Farben. Es war traumhaft.)

Als wird den Ring hinter uns gelassen haben, begann der hintere Teil des Busses zu feiern. Lieder wurden mitgesungen und Spiele erfunden. "Erst steh'n wir auf, dann setzen wir uns wieder, dann steh'n wir wieder auf, UND dann setzen wir uns wieder...Das find'n wir lustig..."
An dieser Stelle ein Riesenlob an unseren Busfahrer, der uns nicht einfach inmitten von Irland ausgesetzt hat, sondern unseren Wünschen nachgekommen ist. KREISVERKEHR!
Der Freitag war dann der erste Tag, an welchem uns das Wetter im Stich gelassen hat. Wir besichtigten die Stadt Galway und viele nutzen diesen Aufenthalt um sich mit Reisemitbringseln einzudecken. Leider regnete es dauerhaft.
Schon war der Samstag da: Der Tag der Abreise. Um 7:00 Uhr machte man sich auf den Heimweg. In Dublin legten wir noch einen Zwischenstopp ein, um eine Führung durch die Stadt zu bekommen. Paula, die uns die Stadt präsentierte, gab sich viel Mühe uns so viel wie möglich in der kurzen Zeit zu zeigen.
Ein kleine Gruppe führte sie schließlich noch ins Trinity College, wo wir das Book of Kells und den Long Room der Bibliothek besichtigen durften. Der andere Teil der Gruppe schaute sich anderweitig in Dublin um oder ging shoppen.
Müde und ein bisschen wehmütig begann schließlich die Rückreise. Auch wenn die meisten am Ende froh waren, dass sie die lange Busfahrt hinter sich hatten und wieder zu Hause waren, konnte man doch viele Stimmen hören:
"Nach Irland - da fahr'n wir sicherlich noch mal hin!"
Als Tipp für weitere Reisegruppen möchte ich noch aus unseren Erfahrungen etwas anmerken. Zum einen sollte man die Abreise vielleicht nicht in die späten Abendstunden legen, da die Gruppe dann in der Nacht noch fit ist, aber die Fahrt über 24 Stunden dauert und dann der nächste Tag um so länger wird.
Zum anderen würde ich in Dublin eine Zwischenübernachtung einplanen und die Stadt am ersten Tag erkunden, da der Kontrast nach über einer Woche völliger Ruhe des Westens der Insel zu der Millionenmetropole schon ein kleiner Kulturschock ist. Die lebendige Hektik der Stadt kann einen dann schon übermannen.
Irland, zumindest der grüne Westen und Süden gehört seitdem zu meinem absoluten Wunschurlaubsland, was ich jedem Naturfreund nur empfehlen kann.
Naturverträumte Grüße
Marc

Im Jahr 2003 habe ich im Rahmen einer Tätigkeit für die Deutsche Beamtenbund Jugend Wuppertal eine Busreise nach Irland als Jahreshighlight vorgeschlagen. Wie immer im Leben hat der Vorschlagende natürlich den Zuschlag für die Planung und Durchführung erhalten :D.
So haben wir (Nicole und ich) uns hingesetzt und versucht durch die einschlägigen Lektüren eine Route mit Sehenswürdigkeiten zu finden, die möglichst viele Reiselustigen anspricht.
Mit unserem "Plan" habe ich dann bei mehreren ortsansässigen Busunternehmen nach Angeboten angefragt. Als Gruppenleiter, was für mich zu diesem Zeitpunkt auch das erste Mal war, war es wichtig, dass ich alles aus einer Hand bekomme, damit man nur einen Ansprechpartner hat.
Das kann ich jedem Gruppenleitereinsteiger nur wärmstens empfehlen, da auf solchen Reisen, gerade, wenn sie ins Ausland gehen, immer recht viel passieren kann. Zudem kann man den Preis noch besser aushandeln.
Nach mehreren Gesprächen haben wir dann ein passendes Angebot gefunden, von dem wir zumindest schon überzeugt waren. Der Bus sollte schließlich auch einen guten Standard haben, denn so eine Fahrt wird von Kilometer zu Kilometer lang und länger :).
In recht kurzer Zeit bekamen wir die Mindestteilnehmerzahl zusammen und auch gleich noch mehr. Der Bus und die Häuser waren restlos ausgebucht, was für die Planung und die Ideen sprach.
Und so machten wir uns am 29.08.2003 auf den Weg, die unendlichen Weiten Irlands zu erkunden.
Hier folgt nun ein kleiner Reisebericht mit einigen Fotos über unsere Tour.
In der Nacht zum 30.08.2003 erreichte die mittlerweile müde Gruppe den Hafen von Calais. Unser Busfahrer Metty ( Anmerk: Da unser Bus als Launebus ausgewiesen war, wurde unser Fahrer kurzerhand umgetauft á la Metty und der Lila Laune Bär) hatte ziemlich Mühe dem Franzosen sein Anliegen zu unterbreiten.
Dieser "scherzte" dann noch etwas von "bomb attack" und dass man den Hafen nicht befahren kann. Ohne Probleme gelangten wir aber zur Fähre und ärgerten uns schon über den lustigen Witz des Personals, als die grauenvolle Nachricht über das Mikrophon erklang: "This is the Captain speaking from the bridge...". Nicht dieser sondern unser Ankunftshafen, Port of Dover, wurde wegen einer Bombendrohung gesperrt. Unsere Fähre legte ab, musste aber vor Dover im schaukligen Ärmelkanal Anker werfen und wir warteten und warteten.
Die Schweißperlen unseres Mettys glichen Regentropfen. War die Zeit doch knapp bemessen und die nächste Fähre musste man einfach erreichen. Dank ihm und seinem unermüdlichen Optimismus erreichten wir sie pünktlich und schon bald waren wir in Dublin.
Die Fahrt steckte jedem in den Knochen und überall hörte man nur: "Sind wir bald da?" Ja, wir waren bald da. Unser Busfahrer brachte uns durch dunkle, enge Gässchen mit Wahnsinnskurven fast direkt zu unseren Ferienhäusern.
Nach der Verteilung der Gruppen fielen sämtliche Teilnehmer in eine Art Koma und genossen es, endlich in waagerechter Position schlafen zu können.
(Anmerk: Wegen den Strassen oder was teilweise so heißt, kann man nicht von den Kilometern auf die benötigte Zeit schließen, da die Geschwindigkeiten je nach Kurven eigentlich einem Schieben ähneln. Man sollte darauf achten, dass der Bus nicht zu lang ist ;) )
Der Sonntag begann für alle später. Um 12:00 Uhr sammelte der Bus seine Schäflein ein und die erste Entdeckungstour wurde gestartet. Man wollte die Vorzeigeburg Irlands, das Bunratty Castle erkunden und den Folk Park kennen lernen.

Über enge Wendeltreppen und schmale Gänge gelangten wir in die einzelnen Räume des Castles. Beeindruckend war die Größe, die sich von außen so nicht erahnen ließ. Die einzelnen Räume und Gänge waren so verschachtelt, dass sicherlich nicht jeder Teilnehmer alle Räume gesehen hat. Selbst auf den Turm der Burg, von dem man einen wunderschönen Blick hatte, trauten sich nicht alle.
Nach der Burg konnte man das Leben des 19. Jahrhunderts in dem dafür angelegten Folk Park kennen lernen. Dieser zeigte, mit Hilfe von Häusern und Inneneinrichtungen, die sozialen Unterschiede der damaligen Zeit und wie die Menschen gelebt haben. Der beißende Torfgeruch in den Häusern ließ manchen ein Lob auf die heutige Zentralheizung aussprechen.
Nachdem man sich umgesehen hatte, trafen sich alle, um für das Grillen am Abend einzukaufen.
Abends wurden Tische und Bänke in zwei nebeneinander liegende Gärten geschleppt, um Sitzgelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein zu haben. Im zweiten Garten wurde der große Grill, der erstaunlicherweise sehr an moderne Kunst erinnerte, aufgebaut. Mit Essen, Trinken und Lachen ließ die Gruppe schließlich den Abend ausklingen.
Diese Grillparty wird wohl ewig in Erinnerung bleiben - besonders bei der 84jährigen Oma, die nebenan wohnte.
Am Montag, den 01.09.2003, startete die Mannschaft wieder erst um 12:00 Uhr mittags, da der Grillabend etwas länger andauerte.
Über Straßen, die einer Achterbahn gleichen, fuhr Metty uns in das Burrengebiet.

Unser Ziel dort war die berühmte Aillwee Cave, die direkt unter dem Burren wundersame Steinformationen präsentierte (Marke Freudenspender u. ä.). Nachdem alle Kameras abgeschaltet waren, präsentierte uns die Führerin die "absolute Dunkelheit“. So war man später sichtlich erfreut heil am Tageslicht anzukommen.

Auf der Rückfahrt machten wir einen Stopp bei den Cliffs of Moher. Bis zu 200 m tief fallen diese Klippen in den sonst so tosenden Atlantik - wir hatten fast Windstille. Einige Teilnehmer machten sich zu einem langen Spaziergang entlang der Cliffs auf, während andere ängstlich und langsam am Rand entlang schlichen. Todesmutig legte man sich auf der Aussichtplattform flach auf den Bauch, um einen Blick in die Tiefe riskieren zu können. Die Cliffs bescherten uns allen einen Eindruck der Naturgewalten, deren Anblick uns wohl länger in Erinnerung bleiben wird.


Der 02.09.2003 begann mit Regen. Mit richtig viel Regen. Wir sind extra um 7:00 Uhr losgefahren, da wir die Fähre zu den Aran Islands erreichen wollten. Es regnete. Die Aussicht die Insel Inishmore mit dem Fahrrad zu erkunden, ließ bei diesem Wetter keine Stimmung aufkommen.
Die Teilnehmer reagierten müde und genervt trotz der Versprechungen des "Reiseleiters", dass er mit Petrus telefoniert habe und die Sonne schon noch kommen würde. Die kurze Fährfahrt nutzen einige, um den verlorenen Schlaf nachzuholen.
Auf Inishmore angekommen suchten wir den Fahrradverleih auf. Es dauerte einige Zeit bis jeder ein Fahrrad hatte, was einigermaßen funktionierte. Zur Freude aller hatte der Regen aufgehört und das Wetter besserte sich. So machte man sich auf die Insel zu erkunden. Durch einige Zwangspausen (Kette) verlor der "Gruppenleiter" seine Schäfchen aus den Augen. Irgendwo hatte man sich überholt...
Am Fort Dun Aengus angekommen strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Die Klippen, die sich an dieser Stelle der Insel präsentierten, standen denen of Moher in nichts nach. Das Wasser des Atlantiks war sogar noch ein bisschen blauer. Als man sich auf den Rückweg zum Hafen machte, hatten einige Mitglieder schon einen wunderbaren Sonnenbrand - in Irland!


Der Mittwoch stand schließlich zur freien Verfügung. Die Teilnehmer konnten tun, worauf sie Lust hatten. Einige nutzten die Gelegenheit, um die Stadt und den Strand von Lahinch zu besichtigen.
Da auch an diesem Tag die Sonne vom Himmel brannte, gingen ein paar Todesmutige in die Fluten des Atlantiks, der zu dieser Jahreszeit weniger als 20°C hatte.

Zum Trocknen konnte man sich schließlich die Sonne auf den Bauch brennen lassen. Einige Iren schauten etwas irritiert, als man aus Steinen ein Boule-Spiel bastelte und ohne Pause gegeneinander antrat. Überschattet wurde dieses Spiel nur durch den Sturz eines kleinen Kindes über eins der Spielgeräte.

Abends traf man sich im gemütlichsten Pub von Lahinch: The Nineteenth. Dort war jeden Abend (nicht ab 19:00 Uhr!) Livemusik. Die Iren und auch einige Gruppenmitglieder tanzten zu der fröhlichen Musik. Die anderen sangen bei Guinness und Smithedingsda (Smithwicks) was ihre Kehlen hergaben. So wurden die Nächte immer kürzer.
Für den Donnerstag war eine Mammuttour geplant, für welche man sich vorher eintragen durfte. Wir wollten den Ring of Kerry sehen. Dies bedeutete aber auch eine zehnstündige Busfahrt.
Ein großer Teil der Mitreisenden ließ sich davon nicht abschrecken und so befand man sich auf dem Weg zu einer der schönsten Gegenden Irlands. Durch wahnsinnig viele Fotostopps und zwei längere Pausen, kam einem die Fahrt nicht so lang vor. Die meisten Teilnehmer zeigten sich von der Natur, der Straße und vielem mehr sehr beeindruckt.
(Anmerk: Bis dahin habe ich noch nie lila Berge gesehen. Im September blüht die Erika in den schönsten Farben. Es war traumhaft.)

Als wird den Ring hinter uns gelassen haben, begann der hintere Teil des Busses zu feiern. Lieder wurden mitgesungen und Spiele erfunden. "Erst steh'n wir auf, dann setzen wir uns wieder, dann steh'n wir wieder auf, UND dann setzen wir uns wieder...Das find'n wir lustig..."
An dieser Stelle ein Riesenlob an unseren Busfahrer, der uns nicht einfach inmitten von Irland ausgesetzt hat, sondern unseren Wünschen nachgekommen ist. KREISVERKEHR!
Der Freitag war dann der erste Tag, an welchem uns das Wetter im Stich gelassen hat. Wir besichtigten die Stadt Galway und viele nutzen diesen Aufenthalt um sich mit Reisemitbringseln einzudecken. Leider regnete es dauerhaft.
Schon war der Samstag da: Der Tag der Abreise. Um 7:00 Uhr machte man sich auf den Heimweg. In Dublin legten wir noch einen Zwischenstopp ein, um eine Führung durch die Stadt zu bekommen. Paula, die uns die Stadt präsentierte, gab sich viel Mühe uns so viel wie möglich in der kurzen Zeit zu zeigen.
Ein kleine Gruppe führte sie schließlich noch ins Trinity College, wo wir das Book of Kells und den Long Room der Bibliothek besichtigen durften. Der andere Teil der Gruppe schaute sich anderweitig in Dublin um oder ging shoppen.
Müde und ein bisschen wehmütig begann schließlich die Rückreise. Auch wenn die meisten am Ende froh waren, dass sie die lange Busfahrt hinter sich hatten und wieder zu Hause waren, konnte man doch viele Stimmen hören:
"Nach Irland - da fahr'n wir sicherlich noch mal hin!"
Als Tipp für weitere Reisegruppen möchte ich noch aus unseren Erfahrungen etwas anmerken. Zum einen sollte man die Abreise vielleicht nicht in die späten Abendstunden legen, da die Gruppe dann in der Nacht noch fit ist, aber die Fahrt über 24 Stunden dauert und dann der nächste Tag um so länger wird.
Zum anderen würde ich in Dublin eine Zwischenübernachtung einplanen und die Stadt am ersten Tag erkunden, da der Kontrast nach über einer Woche völliger Ruhe des Westens der Insel zu der Millionenmetropole schon ein kleiner Kulturschock ist. Die lebendige Hektik der Stadt kann einen dann schon übermannen.
Irland, zumindest der grüne Westen und Süden gehört seitdem zu meinem absoluten Wunschurlaubsland, was ich jedem Naturfreund nur empfehlen kann.
Naturverträumte Grüße
Marc

Der Artikel wurde am 27.01.2009 von Marc veröffentlicht.