Weihnachtswunder Einkaufen
Weihnachtszeit – schöne Zeit – stimmt, solange man nicht einkaufen geht.
Aber wie immer kommt Weihnachten jedes Jahr aufs Neue ganz plötzlich und man stürzt sich ins Getümmel. Naja, zumindest auf den Weg dahin. So fuhren wir in ein großes Einkaufszentrum. Schon auf dem Parklatz geht es los. Die Zufahrt ähnelt einer Einführungsrunde bei der Formel Eins, doch sobald man den Parkplatz erreicht hat, ist das Safety Car weg und das Rennen geht los. Aus allen Himmelsrichtungen fallen die verschiedensten Boliden auf freie bzw. evtl. frei werdende Lücken ein.
Rücksicht war gestern – heute ist fast Weihnachten. Ausnahmezustand. Nach gefühlten 12 Runden im Stock Car Bereich ist sie da – die Lücke. Schnell durch die Spitzkehre und an den beiden als Schikane rumstehenden Fahrzeugen – mittlerweile ohne Fahrer – vorbei und hinein. Ein Gefühl als hätte man schon alles erreicht. Das Treppchen im ersten Rennen – Vor dem geistigen Auge läuft schon das ganze Programm der Siegerehrung ab– Pokal und Champagnerdusche.
Doch dann. „Schatz, kommst Du – es regnet und wir wollen ja noch fertig werden...“ Ok, aus der Traum, nichts ist vorbei. Es geht grad erst los. Also auf in den Kampf und hinein ins erste Geschäft.
Auch wenn ich nicht Sam heiße, hat man zeitweise das Gefühl als Ghost unterwegs zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man so einfach übersehen wird und die verschiedensten Leute versuchen, durch einen hindurch zu laufen.
Ab da beginnen die Wortfetzen und die typischen Mann-Frau-Dinge. Geschoben von den Massen, versucht man an seine Ziele zu gelangen.
Einige kleine Schmankerl möchte ich hier nennen, die sich heute so in unsere Gehörgänge drängten:
Zur Begrüßung hinter der Ladentür kam schon der erste erschöpfte Ausruf eines Mannes „Ich will jetzt nach Hause“ Viele Leidensgenossen nickten zustimmend in die Richtung. Direkt danach eine typische Situation am Kleiderständer. Ein älterer Herr sagt zu seiner Frau „Liebes, wenn es Dir gefällt, dann nimm es doch!“ Normal erwartet man den von Erfolg gekrönten Blick des Jägers. Aber nein, die Antwort seiner Frau lautete wie folgt „Nee, erst rollst Du immer mit den Augen und dann soll ich es nehmen. Jetzt will ich nicht mehr!“ Ich stellte mir nur kurz die Frage, warum sie es dann überhaupt anprobiert und ihn überhaupt gefragt hat, weil er ja „immer“ die Augen rollt :o).
Schon geht es weiter, durch die Menge. Nach und nach bekamen wir wonach wir suchten und fanden natürlich noch mehr. Hauptgewinner ist unser ungeborenes Würmchen gewesen. Es gibt ja sooooo schöne Sachen. Das wird noch was werden.
Zwischendurch die nächsten Wortfetzen – „Ach der Sex mit Dir gefällt mir noch am Besten“. Ist ja schön, aber warum brüllt man das durch Laden. Die Weihnachtsliebe ist was schönes.
Zum Schluss noch die Belohnung für den Jäger – Auf zur Würstchenbude und dort das nächste Highlight. Es kommt wie es kommen muss, der Herr direkt vor mir kauft die letzten fertigen Würstchen. Ich bestelle 2 Bratwürstchen im Brötchen. „Würstchen dauern noch einen Moment.“ Ich sagte ok, und wartete artig. Hinter mir kamen dann die nächsten Bestellungen und immer wieder die gleichen Antworten „Wurst dauert noch einen Augenblick, vielleicht eine Krakauer oder ein Steak?“ Und dann kam sie - eine junge Dame. Diese Bestellung muss ich einfach im O-ton wiederholen. „Ich hätte gern eine Bratwurst im Brötchen“. Die Antwort wie gehabt „Wurst braucht noch einen kleinen Moment“ Also alles wie gehabt - doch dann die Antwort „dann ne Currywurst, wenn die schneller geht“.....
Hm, nicht nur ich hatte Fragezeichen in den Augen.... Doch zu ihrer Ehrenrettung muss ich der Vollständigkeit noch erwähnen, dass es ihr dann auch aufgefallen ist. Ich glaube, wenn sich der Boden aufgetan hätte, wäre sie kurzfristig gern abgetaucht.
So bruzzelten die Würstchen noch etwas vor sich hin und nach dem Snack ging es zurück und geschafft zurück zum Auto, um in die nächste Runde Stock Car zu gehen. Bis dahin dachte ich ja noch, dass es schwer ist, einen Parkplatz zu finden und zu ergattern. Aber einen Stellplatz zu verlassen ist zuweilen noch viel schwieriger, wie wir feststellen mussten. Hinter uns eine Reihe von Blinkern, die unseren Platz gern haben wollten. Doch das Ziel fest im Blick setzt es bei einigen wieder aus. Plötzlich fehlt es an gewissen Grundinformationen - zum Beispiel, dass man auch jemanden erst mal rauslassen muss, damit man selber auf den Platz fahren kann. Statt dessen wartet man erst mal geduldig hinter dem Kofferraum und schneidet dem Fahrwilligen noch den Ausweg ab. Doch die freundlich hupende Aufforderung des Hintermanns bringt wieder etwas Licht ins Dunkel und wir konnten uns in den Autokorso zur Autobahn wieder einreihen. So ging es dann im Entenmarsch zur Bahn und dann ab nach Hause. Gott sei Dank haben wir jetzt ein Jahr Ruhe, bis Weihnachten wieder ganz plötzlich über uns hereinbricht.
Einen schönen vierten Advent wünscht
Marc

Aber wie immer kommt Weihnachten jedes Jahr aufs Neue ganz plötzlich und man stürzt sich ins Getümmel. Naja, zumindest auf den Weg dahin. So fuhren wir in ein großes Einkaufszentrum. Schon auf dem Parklatz geht es los. Die Zufahrt ähnelt einer Einführungsrunde bei der Formel Eins, doch sobald man den Parkplatz erreicht hat, ist das Safety Car weg und das Rennen geht los. Aus allen Himmelsrichtungen fallen die verschiedensten Boliden auf freie bzw. evtl. frei werdende Lücken ein.
Rücksicht war gestern – heute ist fast Weihnachten. Ausnahmezustand. Nach gefühlten 12 Runden im Stock Car Bereich ist sie da – die Lücke. Schnell durch die Spitzkehre und an den beiden als Schikane rumstehenden Fahrzeugen – mittlerweile ohne Fahrer – vorbei und hinein. Ein Gefühl als hätte man schon alles erreicht. Das Treppchen im ersten Rennen – Vor dem geistigen Auge läuft schon das ganze Programm der Siegerehrung ab– Pokal und Champagnerdusche.
Doch dann. „Schatz, kommst Du – es regnet und wir wollen ja noch fertig werden...“ Ok, aus der Traum, nichts ist vorbei. Es geht grad erst los. Also auf in den Kampf und hinein ins erste Geschäft.
Auch wenn ich nicht Sam heiße, hat man zeitweise das Gefühl als Ghost unterwegs zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man so einfach übersehen wird und die verschiedensten Leute versuchen, durch einen hindurch zu laufen.
Ab da beginnen die Wortfetzen und die typischen Mann-Frau-Dinge. Geschoben von den Massen, versucht man an seine Ziele zu gelangen.
Einige kleine Schmankerl möchte ich hier nennen, die sich heute so in unsere Gehörgänge drängten:
Zur Begrüßung hinter der Ladentür kam schon der erste erschöpfte Ausruf eines Mannes „Ich will jetzt nach Hause“ Viele Leidensgenossen nickten zustimmend in die Richtung. Direkt danach eine typische Situation am Kleiderständer. Ein älterer Herr sagt zu seiner Frau „Liebes, wenn es Dir gefällt, dann nimm es doch!“ Normal erwartet man den von Erfolg gekrönten Blick des Jägers. Aber nein, die Antwort seiner Frau lautete wie folgt „Nee, erst rollst Du immer mit den Augen und dann soll ich es nehmen. Jetzt will ich nicht mehr!“ Ich stellte mir nur kurz die Frage, warum sie es dann überhaupt anprobiert und ihn überhaupt gefragt hat, weil er ja „immer“ die Augen rollt :o).
Schon geht es weiter, durch die Menge. Nach und nach bekamen wir wonach wir suchten und fanden natürlich noch mehr. Hauptgewinner ist unser ungeborenes Würmchen gewesen. Es gibt ja sooooo schöne Sachen. Das wird noch was werden.
Zwischendurch die nächsten Wortfetzen – „Ach der Sex mit Dir gefällt mir noch am Besten“. Ist ja schön, aber warum brüllt man das durch Laden. Die Weihnachtsliebe ist was schönes.
Zum Schluss noch die Belohnung für den Jäger – Auf zur Würstchenbude und dort das nächste Highlight. Es kommt wie es kommen muss, der Herr direkt vor mir kauft die letzten fertigen Würstchen. Ich bestelle 2 Bratwürstchen im Brötchen. „Würstchen dauern noch einen Moment.“ Ich sagte ok, und wartete artig. Hinter mir kamen dann die nächsten Bestellungen und immer wieder die gleichen Antworten „Wurst dauert noch einen Augenblick, vielleicht eine Krakauer oder ein Steak?“ Und dann kam sie - eine junge Dame. Diese Bestellung muss ich einfach im O-ton wiederholen. „Ich hätte gern eine Bratwurst im Brötchen“. Die Antwort wie gehabt „Wurst braucht noch einen kleinen Moment“ Also alles wie gehabt - doch dann die Antwort „dann ne Currywurst, wenn die schneller geht“.....
Hm, nicht nur ich hatte Fragezeichen in den Augen.... Doch zu ihrer Ehrenrettung muss ich der Vollständigkeit noch erwähnen, dass es ihr dann auch aufgefallen ist. Ich glaube, wenn sich der Boden aufgetan hätte, wäre sie kurzfristig gern abgetaucht.
So bruzzelten die Würstchen noch etwas vor sich hin und nach dem Snack ging es zurück und geschafft zurück zum Auto, um in die nächste Runde Stock Car zu gehen. Bis dahin dachte ich ja noch, dass es schwer ist, einen Parkplatz zu finden und zu ergattern. Aber einen Stellplatz zu verlassen ist zuweilen noch viel schwieriger, wie wir feststellen mussten. Hinter uns eine Reihe von Blinkern, die unseren Platz gern haben wollten. Doch das Ziel fest im Blick setzt es bei einigen wieder aus. Plötzlich fehlt es an gewissen Grundinformationen - zum Beispiel, dass man auch jemanden erst mal rauslassen muss, damit man selber auf den Platz fahren kann. Statt dessen wartet man erst mal geduldig hinter dem Kofferraum und schneidet dem Fahrwilligen noch den Ausweg ab. Doch die freundlich hupende Aufforderung des Hintermanns bringt wieder etwas Licht ins Dunkel und wir konnten uns in den Autokorso zur Autobahn wieder einreihen. So ging es dann im Entenmarsch zur Bahn und dann ab nach Hause. Gott sei Dank haben wir jetzt ein Jahr Ruhe, bis Weihnachten wieder ganz plötzlich über uns hereinbricht.
Einen schönen vierten Advent wünscht
Marc

Der Artikel wurde am 20.12.2008 von Marc veröffentlicht.